Vorgänge nach dem Gießen

Sobald der Gießprozess abgeschlossen ist, wird das neu hergestellte Gussteil in der Sandform einverleibt. Das Verbleiben über relativ lange Zeiträume bei den Prozesstemperaturen führt dazu, dass die Bindemittel, nachdem sie ihre Funktion zur Aggregation des Sandes erschöpft haben, dazu neigen, sich zu zersetzen und den Zusammenhalt zwischen den für Formen und Kerne verwendeten Sandkörnern nicht mehr gewährleisten. Es herrschen also ideale Bedingungen, um das Gussteil aus dem Sand zu entfernen. Diese Trennung, die üblicherweise als „Ausschalen“ bezeichnet wird, lässt sich leichter durch den Einsatz von Förderbändern mit Vibrationssystemen oder durch das Einbringen von Düsen und Formen in den Abbröckelungsprozess in rotierenden Zylindern auslösen.

Selbstverständlich ist auch auf die Abkühlgeschwindigkeit des Gussteils und damit auf den Zeitpunkt des Ausschalens zu achten. In der Tat kann es aufgrund der Beständigkeit austenitischer Strukturen bis zu Temperaturen unter 600 °C (beispielsweise aufgrund einer in kurzer Zeit durchgeführten Ausschalung) zur Bildung von Troostit kommen. Es handelt sich um einen mikrostrukturellen Bestandteil, der durch eine Ferritmatrix mit dünnen Nadeln in Zementit gekennzeichnet ist, die einer Art sehr feinem Perlit ähnelt. Es hat eine höhere Härte als herkömmliches Perlit und kann daher zu Inhomogenitäten in den mechanischen Eigenschaften des Gussteils führen.

Um nach dem Ausschalen die endgültige Geometrie des Gussstücks zu erreichen, ist es notwendig, die sogenannten „Angüsse“ mechanisch oder durch autogenes Brennschneiden zu entfernen.

Entsandung Detail

Das nach dem Ausschalen erhaltene Gussteil ist in der Tat ein einziges „Gegenstand“ aus Gusseisen, das ebenfalls aus Speisern, Angüssen und auch aus „Graten“ (das sind die Auswüchse, die entstehen, wenn das flüssige Gusseisen zwischen zwei Halbformen geschoben wird, um dann zu erstarren) besteht. All diese verschiedenen „Angüsse“ des Gussteils müssen natürlich vor der Durchführung der verschiedenen erforderlichen Nacharbeiten vom Gussstück entfernt werden (der Vorgang wird auch als „Entfernen des Speisers“ bezeichnet). Speiser und Angüsse können dann der Beschickung eines Schmelzofens hinzugefügt und somit recycelt werden.

Projektpartner der Zanardi Academy